Personalisierte Diagnostik beim Glioblastom

TRG "Heterogeneity of immune infiltration in glioblastoma and its implications for molecular diagnostics and personalized treatment decisions"

Das Glioblastom ist der bei Erwachsenen am häufigsten auftretende primäre Gehirntumor. Wer an einem Glioblastom erkrankt, hat heute im Mittel eine Lebenserwartung von 14 Monaten. Die Standardtherapie von Operation, Chemotherapie und Strahlenterapie hat sich in den letzten Jahren nicht geändert, und bisher gibt es keinen Durchbruch trotz einer Reihe klinischer Studien. In diesem Projekt konzentrieren wir uns darauf, die zelluläre Heterogenität des Glioblastoms zu charakterisieren, um mehr über dessen Entstehung zu erfahren und neue therapeutische Ansatzpunkte für individualisierte Therapien zu finden.

Koordination

Prof. Helmut Kettenmann
Max Delbrück Center for Molecular Medicine

Prof. Christoph Harms
Charité - Universitätsmedizin Berlin

Drei Fragen an das Projektteam

Prof. Dr. Christoph Harms, Co-PI
Prof. Dr. Christoph Harms, Co-PI

1. Welche neue Idee steckt in Ihrem Projekt?

Das Tumorgewebe besteht nicht nur aus den Gliomzellen selbst, sondern wird infiltriert von den intrinsischen Immunzellen des Gehirns, den Mikrogliazellen und von außen in den Tumor eindringenden Makrophagen. Diese Zellen interagieren mit den Tumorzellen und fördern in der Regel das Tumorwachstum. Wir haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von molekularen und zellulären Mechanismen identifiziert, die diese Interaktion vermitteln. Nun hat sich gezeigt, dass Glioblastome ein sehr heterogenes Krankheitsbild darstellen. In diesem Projekt analysieren wir daher die Heterogenität dieser Interaktion. Wir werden Hirntumoren und tumor-assoziierte Immunzellen auf molekularer Ebene untersuchen und dabei auch deren Mikroumgebung einbeziehen. Dieser neue Ansatz könnte es ermöglichen, innovative Pfade für neue Therapieansätze zu finden.

2. Wie passt Ihr Projekt zur translationalen Ausrichtung des BIH?

Im Zentrum unserer Forschung steht die Aufklärung der Interaktion von Gliomzellen und Gehirn-Makrophagen, um neue Ansätze für Therapiekonzepte zu finden.

3. Wie können Patientinnen und Patienten eines Tages von Ihren Ergebnissen profitieren?

Wir hoffen, dass sich aus unserer Forschung neue Therapiekonzepte ergeben, die in klinische Studien einfließen. Bisherige Konzepte hatten die Gliomzellen als Ziel. Unser neuer Ansatz zielt auf die Interaktion der Gliomzellen mit den Hirnmakrophagen.Wir wollen daher Ansatzpunkte für personalisierte Therapien entwickeln, mit denen Glioblastom-Patientinnen und Patienten auf innovative Weise und auf einer individualisierten Ebene erfolgreich behandelt werden können.